MMM und der Benediktinische Lebensweg

glenstall_abbey_gateway11934 war unsere Gründerin Marie Martin sehr bestrebt ein Zuhause für die winzige Gruppe von Frauen zu finden, die wie sie den Wunsch hatten, eine medizinisch-missionarische Ordensgemeinschaft für Schwestern zu gründen. Sie waren begeistert von der Idee, dass sie vielleicht den Mönchen von Glenstal helfen könnten, die zu der Zeit viele Probleme in der Haushaltsführung des neu eröffneten Internats erlebten und sie dann dafür von den Mönchen eine spirituelle Ausbildung als Gegenleistung erhalten könnten.

Ihr spiritueller Mentor, Vater Hugh Kelly SJ, sorgte sich darüber, dass eine Benediktinische Ausbildung eine klösterliche und liturgische geistige Richtungsveränderung bedeuten könnte, also auf eine Spiritualität aufbauen würde, die nicht am besten geeignet schien für eine Institution, die in erster Linie apostolisch sein sollte.

founder_small1Marie sah es aber aus einem völlig anderen Blickwinkel. Sie würde zwischen dem geistlichen und dem praktischen Aspekt der Benediktinischen Spiritualität unterscheiden. Sie hatte bereits die Schriften des berühmten Irischen Mönchs und Abts, Dom Columba Marmion, studiert. Sie wollte ihre neue missionarische Gemeinde mit einer spirituellen Tradition verschmelzen, die sich bereits über Jahrhunderte bewährt hatte. Der Geist der Ordensregeln des Heiligen Benedikt würde genau den Freiraum liefern aber gleichzeitig auch die Bindung, die sie für so nötig hielt, um ihre Vision einer Gemeinde von medizinischen Missionarinnen zu erreichen. Die Ordensregeln sollten mit viel Sorgfalt in die Satzung der MMM eingearbeitet werden.

sr_m_patrick_leydonAls Nora Leydon Marie Martin zum ersten Mal traf, war sie 27 Jahre alt. Sie war ursprünglich aus Kilmactranny, Grafschaft Sligo, hatte aber als Sekretärin für Vater Patrick Whitney, von der neugegründeten St. Patricks Missionarischen Gesellschaft, gearbeitet. Als Nora am 19. März 1934 in Glenstal ankam um sich Marie anzuschließen, war der Kern der zukünftigen Kongregation der MMM  ins Leben gerufen. Es sollte aber noch drei Jahre dauern bis MMM formell gegründet wurde.

Kurze Zeit später kam Bridie O'Rourke nach Glenstal. Sie nahm den Namen Schwester M. Magdalen an und sie setzte sich dann in ihrer Arbeit für die Verbreitung und das Bekanntmachen der MMM bis in ihr hohes Alter ein. Sie starb am 11. November 2008. Sie hat immer betont, dass es das Vorbild der Mönche war, was sie beeindruckt hat und nicht so sehr die Ordensregeln. Vor einigen Jahren hat sie den Text verfasst Der Benediktinische Lebensweg: Ein persönliches Zeugnis.

sr_m_immaculata_nicholsCarrie Nichols war gebürtig aus Dublin und in der St. Pauls Kirche am Arran Quay getauft, genau in der Gemeinde, in der auch Dom Marmion getauft wurde- woran sie uns oft erinnert hat. Sie war erst 18 Jahre alt, als sie auf die erhoffte medizinische Missionarinnenkongregation aufmerksam wurde.Sie trat der kleinen Gruppe der Wegbereiterinen in Glenstal im Jahre 1936 bei. Der Geist des Heiligen Benedikt fesselte ihr junges Herz.

Die kleine Gemeinschaft wuchs langsam und unterstützte die Mönche ganz wesentlich in ihrem Aufbau eines neuen Internats für Jungen in Glenstal. Dann verabschiedete der Vatikan am 11. Februar 1936 den Erlass, auf den Marie Martin fast 20 Jahre gewartet hatte. Seitdem wird es religiösen Missionarinnen nicht nur erlaubt, sondern sie werden sogar ermuntert in der Geburtenhilfe und Chirurgie aktiv zu werden. Endlich hatte sich die Tür geöffnet, die es möglich machte, die Medizinischen Missionarinnen Marias zu gründen.

Nun wurde es Zeit die spirituelle Krippe, die Glenstal der jungen missionarischen Gemeinschaft geliefert hatte, zu verlassen. In wenigen Monaten bereitete sich die kleine Gruppe auf Afrika vor. Aber die Verbindung zwischen den Medizinischen Missionarinnen Marias und dem Benediktinischen Kloster in Glenstal blieb all die Jahre, die seitdem vergangen sind, eng bestehen.

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